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Therapie
| Frage: | Muß ich die Schilddrüsenhormon-Tabletten vor dem Frühstück einnehmen? Ich kann so früh am Morgen noch keine Tabletten schlucken. |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Schilddrüsenhormone werden bei nüchternem Magen besser vom Körper aufgenommen. Daher steht im Beipackzettel die Empfehlung, die Tabletten 1/2 Stunde vor dem Frühstück einzunehmen. Sie können die Schilddrüsenhormone auch 1/2 Stunde vor dem Abendessen einnehmen. Wichtig ist es die Einnahme immer zum gleichen Zeitpunkt durchzuführen. Wenn der TSH Spiegel kontrolliert wird, sollte es keine Probleme geben. |
| Frage: | Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenhormone genommen. Es geht mir schon viel besser. Ich verstehe nicht, warum ich die Tabletten immer weiter nehmen soll. Ich würde gerne eine Pause machen, denn so viele Hormone können doch nicht gut sein. |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Eine Schilddrüsenunterfunktion besteht in der Regel lebenslang. Da Ihre Schilddrüse nicht genügend Hormone produzieren kann, müssen Sie diese Hormone als Tabletten einnehmen. Eine ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen ist entscheidend für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Daher fühlen Sie sich jetzt unter der Tabletteneinnahme und einer ausgewogenen Stoffwechsellage besser. Sie dürfen die Tabletten aber auf keinen Fall absetzen. Sie würden dann wieder in eine Schilddrüsenunterfunktion kommen mit den gleichen Beschwerden wie vor der Tabletteneinnahme. |
| Frage: | Ich soll Thyreostatika gegen meine Schilddrüsenüberfunktion einnehmen. Ich habe Angst, sie zu nehmen, weil im Beipackzettel so viele Nebenwirkungen stehen, z.B. Haarausfall, Arthritis. |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Die pharmazeutischen Firmen sind vom Gesetz her verpflichtet, alle bekannten Nebenwirkungen ihrer Präparate im Beipackzettel aufzuführen. Das bedeutet nicht, daß diese Nebenwirkungen bei allen Patienten auftreten müssen. Viele der genannten Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei Präparaten zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) treten leider etwas öfter Nebenwirkungen auf. Die meisten sind aber mit Absetzen des Arzneimittels wieder rückläufig. Es ist für Ihre Gesundheit entscheidend, daß Ihre Schilddrüsenüberfunktion behandelt wird. Achten Sie - vor allem in den ersten Wochen - sorgfältig auf Nebenwirkungen und wenden Sie sich bei einem Auftreten umgehend an Ihren Arzt. Besonders bei Angina oder Fieber sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Ursache könnte eine Blutbildveränderung sein. Die meisten Patienten vertragen die Tyhreostatika aber ohne Probleme. |
| Frage: | Meine Bekannte hat während der Einnahme von Schilddrüsenhormon-Tabletten zugenommen. Ich habe Angst, daß ich auch dicker werde. |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Schilddrüsenhormone regen den Stoffwechsel an und führen daher eher zu einer Gewichtsabnahme. Allerdings steigern sie auch den Appetit. Sie sollten daher darauf achten, daß sie nicht mehr Kalorien als vorher zu sich nehmen. Dann ist eine Gewichtszunahme praktisch ausgeschlossen. |
| Frage: | Ich bin Diabetiker. Mein Arzt hat mir Schilddrüsenhormone verordnet. Können die meinen Blutzuckerspiegel beeinflussen? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Schilddrüsenhormone regen den Kreislauf an und führen zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Sie sollten daher zu Beginn der Behandlung Ihren Blutzuckerspiegel häufiger kontrollieren lassen. Eventuell muß Ihr Arzt Ihre Insulindosierung entsprechend anpassen. |
| Frage: | Mein Arzt hat mir wegen einer Schilddrüsenunterfunktion Hormone verschrieben. Ich bin doch schon älter und habe Angst, daß die Schilddrüsenhormone mein Herz zu sehr belasten. |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Eine Schilddrüsenunterfunktion muß in jedem Fall behandelt werden. Sie belastet auch Ihr Herz. Allerdings können Schilddrüsenhormone, falls sie zu Beginn der Therapie zu hoch dosiert werden, Herzbeschwerden verursachen. Um dies zu vermeiden, hat Ihr Arzt Ihnen zunächst nur eine kleine Dosis verschrieben, die dann langsam gesteigert wird. Unter dieser vorsichtigen Dosierung sind Nebenwirkungen beim Herz nicht zu erwarten. Sollten Sie dennoch Beschwerden mit dem Herzen haben, gehen Sie sofort zu Ihrem Arzt. Er wird dann eventuell die Dosis korrigieren. |
| Frage: | Mein Arzt hat mir Thyreostatika gegen meine Schilddrüsenüberfunktion verordnet. Ich bin schwanger und habe Angst daß das Arzneimittel meinem Kind schadet. |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Gerade in der Schwangerschaft ist die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion wichtig. Eine normale Stoffwechsellage ist wichtig für die Gesundheit Ihres Kindes. Sie können daher auf das Präparat zur Behandlung Ihrer Schilddrüsenüberfunktion (Threostatikum) nicht verzichten. Um Ihr Kind zu schonen, hat Ihr Arzt eine möglichst geringe Dosierung des Thyreostatikums gewählt. Bei dieser geringen Tagesdosis ist Ihr Kind durch das Thyreostatikum nicht gefährdet. Achten Sie darauf, daß Sie alle Kontrolltermine bei Ihrem Arzt einhalten. Ihre Stoffwechsellage muß jetzt besonders sorgfältig kontrolliert werden. |
| Frage: | Ich nehme seit fünf Jahren Schilddrüsenhormone wegen einer Schilddrüsenunterfunktion. Jetzt bin ich schwanger. Muß ich die Schilddrüsenhormone absetzen? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Sie dürfen die Schilddrüsenhormone nicht absetzen. Sie können unbesorgt sein. Die Schilddrüsenhormone sind lebensnotwendig für Mutter und Kind. Gerade in der Schwangerschaft ist die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion wichtig. Eine normale Stoffwechsellage der Mutter ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit Ihres Kindes. Wegen des erhöhten Bedarfs wird während der Schwangerschaft die Dosis der Schilddrüsenhormone von Ihrem Arzt heraufgesetzt. |
| Frage: | Jodid-Tabletten gehen sicher in die Muttermilch über. Ist mein Kind damit ausreichend mit Jod versorgt? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Es ist richtig, daß Jodid in die Muttermilch ausgeschieden wird. Dies ist ein großer Vorteil. Jodid ist für die geistige und körperliche Entwicklung Ihres Kindes von großer Bedeutung. Wenn Sie Ihr Kind stillen, dann kann es seinen Jodbedarf nur über die Muttermilch decken. Leider ist es im Jodmangelgebiet Deutschland nicht möglich, über eine ausgewogene Ernährung und die Verwendung von jodiertem Speisesalz allein den täglichen Jodbedarf zu decken. In der Stillzeit ist Ihr Jodbedarf noch erhöht, da Sie ja nicht nur sich selbst, sondern auch Ihr Kind ausreichend mit Jod versorgen müssen. Um einen Jodmangel bei sich und bei Ihrem Kind sicher auszuschließen, sollten Sie Jodid-Tabletten einnehmen. So wird Ihr Kind ausreichend mit Jodid versorgt. Bei der empfohlenen Dosis ist es nicht möglich, daß Ihr Kind zuviel Jodid über die Muttermilch bekommt. |
| Frage: | Soll Jodid (in der Schwangerschaft) bei einer Hashimoto Erkrankung eingenommen werden? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Bei nicht florider Erkrankung d.h. wenn zur Zeit keine Beschwerden, insbesondere Entzündungszeichen vorliegen, sollten in der Schwangerschaft 100 µg Jodid eingenommen werden. Dies ist für die Jodversorgung des Kindes wichtig. |
| Frage: | Gibt es Allergien auf Jodid? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Nein, in den Dosisbereichen bis 500µg liegen hierzu keine Meldungen vor. |
| Frage: | Kann es Allergien auf die Hilfsstoffe in den Schilddrüsenmedikamenten geben? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Für Magnesiumstearat, Cellulose, Siliciumdixoid, Maisstärke, Lactose sind keine kausalen Zusammenhänge bekannt. Theoretisch wäre das denkbar, aber sehr unwahrscheinlich. Eine allergologische Austestung beseitigt eventuelle Zweifel. |
| Frage: | Gibt es Beeinträchtigungen bei Patienten mit Milchallergien oder Lactoseintoleranz durch den Hilfsstoff Lactose? |
| Antwort Experte Prof. Dr. Hörmann: |
Nein! Milchallergiker reagieren auf Milchprotein und nicht auf Lactose. Bei der Lactoseintoleranz reagieren die entsprechend disponierten Personen erst auf größere Mengen Lactose. |


