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Therapie

Prof. Dr. med. Rudolf Hörmann kommentiert:

Als Top-Arbeit haben wir für den Monat Juni 2006 einen Beitrag zur Dosierung von Schilddrüsenhormonen ausgewählt. .
Centanni und Kollegen untersuchten, inwieweit sich die Aufnahme von Levothyroxin durch Erkrankungen des Magendarmtraktes, insbesondere eine Gastritis bei Helicobacter pylori Infektion verändert und bei Patienten mit gestörter Magensäuresekretion eine Dosisanpassung erforderlich wird.

Hintergrund
Schilddrüsenhormone werden nicht in Form von Standarddosen verabreicht, sondern müssen individuell angepasst werden.
Die richtige Dosierung wird für jeden Patienten an Hand von klinischen Kriterien und Laborkontrollen, insbesondere der TSH-Bestimmung ermittelt.
Der Hormonbedarf kann abhängig von der Krankheitsaktivität, Begleiterkrankungen, Interferenzen mit anderen Medikamenten und den galenischen Eigenschaften des Präparates variieren.
Markenpräparate von Levothyroxin werden in der Regel zu 80 -90% resorbiert und aufgenommen. Dies gilt nicht für alle Generika gleichermaßen.
Die Aufnahme des Hormons kann bei oraler Gabe durch Resorptionsstörungen bei Magendarmerkrankungen, wie Sprue, Gastritis beeinträchtigt sein, so dass bei Patienten mit derartigen Erkrankungen häufig eine höhere Dosis gegeben werden muss.

Methoden und Ergebnisse
Die Autoren ermittelten bei 248 Patienten mit Knotenstruma die Dosierung von Levothyroxin, die erforderlich war, um eine TSH-suppressive (0,05 - 0,2 mU/l) Einstellung zu erreichen.
53 Patienten litten an einer Helicobacter pylori (Hp) - positiven Gastritis und 60 Patienten (31 Hp-postiv, 29 Hp-negativ) wiesen eine atrophische Gastritis auf.
135 Patienten waren frei von einer Magenerkrankung.
Der Thyroxinbedarf war bei Patienten mit Hp-postiver oder atrophischer Gastritis signifikant, um 22% bis 34%, höher als bei magengesunden Strumapatienten.
Bei 11 Patienten wurde die Einstellung im Verlauf vor und nach Eradikationsbehandlung des Helicobacters untersucht. Dabei fand sich ein verbessertes Anprechen der Schilddrüsenmedikation nach Eradikation.

Resümee
Die Studie weist darauf hin, dass bei Magendarmerkrankungen, insbesondere der häufigen Helicobacter pylori - assoziierten Gastritis die Resorption von oral verabreichten Schilddrüsenhormonen durch die verminderte Magensäureproduktion gestört ist und aus diesem Grunde bei magenkranken Patienten häufig eine höhere Dosierung des Hormonpräparates als bei magengesunden Personen erforderlich ist.



Originalabstract:


Thyroxine in goiter, Helicobacter pylori infection, and chronic gastritis.

Autor/-en: Centanni, Marco ; Gargano, Lucilla ; Canettieri, Gianluca ; Viceconti, Nicola ; Franchi, Antonella ; Delle Fave, Gianfranco ; Annibale, Bruno

Quelle: N Engl J Med. 2006 Apr 27;354(17):1787-95.


BACKGROUND: Malabsorption of thyroxine has been described in patients treated with drugs that modify an acidic environment. We determined whether there is an increased need for thyroxine in patients with euthyroid multinodular goiter and impaired secretion of gastric acid. METHODS: We assessed the dose of thyroxine required to obtain a low level of thyrotropin (0.05 to 0.20 mU per liter) in 248 patients with multinodular goiter. Of these 248 patients, 53 also had Helicobacter pylori-related gastritis and 60 had atrophic gastritis of the body of the stomach (31 with evidence of H. pylori infection and 29 without such evidence). The reference group comprised 135 patients with multinodular goiter and no gastric disorders. In addition, variation in the level of serum thyrotropin was prospectively studied in 11 patients treated with thyroxine before and after H. pylori infection and both before and during treatment with omeprazole in 10 patients treated with thyroxine who had gastroesophageal reflux. RESULTS: The daily requirement of thyroxine was higher (by 22 to 34 percent) in patients with H. pylori-related gastritis, atrophic gastritis, or both conditions than in the reference group. In prospective studies, the occurrence of H. pylori infection in the 11 patients treated with thyroxine led to an increase in the level of serum thyrotropin (P=0.002), an effect that was nearly reversed on eradication of H. pylori infection. In a similar way, omeprazole treatment was associated with an increase in the level of serum thyrotropin in all 10 patients treated with thyroxine, an effect that was reversed by an increase in the thyroxine dose by 37 percent. CONCLUSIONS: Patients with impaired acid secretion require an increased dose of thyroxine, suggesting that normal gastric acid secretion is necessary for effective absorption of oral thyroxine.


Literaturrecherche: U.S.National Library of Medicine's PubMed®

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