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Allgemeine Schilddrüsenerkrankungen
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Prof. Dr. med. Rudolf Hörmann kommentiert:
Als Top-Arbeit haben wir für den Monat Mai 2005 eine aktuelle Arbeit zur Labordiagnostik ausgewählt.
Völzke und Mitarbeiter überprüften die Referenzwerte für Schilddrüsenhormone in Deutschland und stellen dabei Abweichungen zu den Herstellerangaben und den in anderen Ländern ermittelten Werten fest. Die Autoren schlagen neue deutsche Referenzbereiche für Schilddrüsenparameter vor.
Hintergrund
Die bisher üblichen Referenzbereiche für Schilddrüsenparameter insbesondere TSH (0,3 – 4 mU/l) wurden in letzter Zeit angezweifelt.
Von einigen Autoren wurde ein engerer Bereich vorgeschlagen (TSH 0,5 – 2,5 mU/l).
Ein zusätzlicher Einfluss kommt der Iodversorgung einer Bevölkerung zu.
Genaue Referenzwerte für Laborwerte sind nur bevölkerungsbezogen, methoden- und laborspezifisch festzulegen und zu definieren.
Methoden und Ergebnisse
Zur Etablierung der Referenzwerte wurden insgesamt 1488 Personen, 663 Frauen und 825 Männer untersucht.
Die Referenzpopulation wurde sehr sorgfältig aus einer weit größeren sog. krankheitsfreien Stichprobe (3915 Patienten) ausgewählt, indem Patienten mit vorher unbekannten Schilddrüsenerkrankungen ausgeschlossen wurden.
Im Serum bestimmt wurden: TSH, fT3, fT4 und die TPO-Antikörper. Zusätzlich wurde eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt.
Als Referenzbereich wurde der zwischen der 2,5% und 97,5% Perzentile gelegene Bereich genommen, dem 95% der Patienten zugehören.
An Hand dieses Vorgehens wurden folgende Referenzwerte ermittelt:
TSH 0,25 - 2,12 mU/l,
fT3 3,8 - 7,0 pmol/l,
fT4 8,3 - 18,9 pmol/l.
Insbesondere die Referenzwerte von TSH weichen von den Angaben des Herstellers der Bestimmungsmethode (0,3 – 3,0 mU/l) ab.
Sie unterscheiden sich auch stark von den amerikanischen Referenzwerten der NHANES-Studie.
Die Wahl des jeweiligen Referenzwertes führt zu unterschiedlichen Häufigkeiten von Schilddrüsenfunktionsstörungen in der Bevölkerung.
Resümee
Die Arbeit greift die jüngste Diskussion um die Gültigkeit der bisher allgemein üblichen Referenzwerte für Schilddrüsenfunktionsteste (TSH) auf und beschreibt eigene deutsche Referenzbereiche. Vor einem Abschluss der Diskussion und einer fälligen Neubewertung der Referenzwerte sind in nächster Zeit noch einige weitere Studien zu erwarten.
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Originalabstract:
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Reference intervals of serum thyroid function tests in a previouslyiodine-deficient area.
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Autor/-en: Volzke, Henry; Alte, Dietrich; Kohlmann, Thomas; Ludemann, Jan; Nauck, Matthias; John, Ulrich; Meng, Wieland
Quelle: Thyroid 2005 Mar;15(3):279-85.
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Aim: We undertook the present study to establish reference data for serum
thyroid function tests in a previously iodine-deficient area. Methods:
Data from 4298 individuals, 20-79 years of age were available for the
present analysis. Thyroid function (thyrotropin [TSH], free
triiodothyronine [FT(3)], and free thyroxine [FT(4)]) and serum
autoantibodies to thyroperoxidase (anti-TPOAb) were evaluated from blood
samples. Thyroid structure and size were measured by ultrasound. Results:
A reference population was selected comprising 1488 persons (825 men) by
excluding subjects with known thyroid diseases, and with yet unknown
thyroid disorders such as goitre, inhomogeneous thyroid pattern, nodules,
hypoechogenicity and anti-TPOAb seropositivity. Reference intervals for
serum TSH, FT(3), and FT(4) were 0.25-2.12 mIU/L, 3.8-7.0 pmol/L, and
8.3-18.9 pmol/L, respectively. Reference serum TSH levels were not
comparable to the reference values that were recently established for the
U.S. population and most reference values slightly differed from the
reference values provided by the manufacturers. Conclusions: The reference
ranges of thyroid function tests in this formerly iodine-deficient region
are distinct from the reference ranges that were established in areas with
iodine sufficiency. Creating a reference population in the present setting
should include thyroid ultrasound in order to exclude yet undiagnosed
thyroid disorders.
Literaturrecherche: U.S.National Library of Medicine's PubMed®
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