Home    Neue Publikationen

Kontakt    Suche    Sitemap
Archiv

Benutzer

Passwort

Gesellschaften und Verbände
Wissenschaft Wissenschaft Patienten Patienten Fachkreise Fachkreise

Therapie

Prof. Dr. med. Rudolf Hörmann kommentiert:

Als Top-Arbeit haben wir für den Monat Oktober 2008 eine Arbeit zur Radiojodtherapie von Schilddrüsenknoten ausgewählt.
Bolusani und Mitarbeiter führten eine Langzeitnachbetrachtung zur Häufigkeit des Auftretens einer Hypothyreose nach erfolgter Radiojodtherapie wegen eines singulären autonomen Adenoms durch. Sie berichten, dass nach der Therapie über einen 10-Jahreszeitraum jeder zweite Patient eine Hypothyreose entwickelte.

Hintergrund
Die Radiojodtherapie stellt eine wenig invasive Methode zur Ausschaltung von hyperfunktionellen Schilddrüsenknoten (autonomen Adenomen) dar.
Das radioaktive Jod wird als Tablette verabreicht und ähnlich wie das natürliche Element von der Schilddrüse aktiv aufgenommen und angereichert.
Auf Grund des Wirkprinzips sind daher lediglich aktive sog. heiße Knoten für die Methode geeignet, nichtspeichernde sog. kalte Knoten sind mit Radiojod nicht behandelbar.
Bei singulären autonomen Adenomen sollte unter geeigneten Voraussetzungen und Behandlungsbedingungen die Strahlenaktivität möglichst selektiv in den Knoten gelangen, unter weitgehender Schonung des restlichen gesunden Schilddrüsengewebes.
Eine offensichtliche Nebenwirkung ist die Hypothyreose.
Die Hypothyreoserate erhöht sich mit der Menge an bestrahltem Gewebe.
Die Hypothyreoserate nimmt weiterhin mit der Zeitdauer des Abstandes zur Behandlung zu.
Besondere Beachtung in Form einer regelmäßigen Nachsorge (jährliche Kontrolluntersuchungen) verdienen daher sog. Späthypothyreosen, die erst Jahre bis Jahrzehnte nach der Radiojodtherapie auftreten.

Methoden und Ergebnisse
Die Autoren werteten retrospektiv die Ergebnisse der Radiojodtherapien aus, die sie an einer Einrichtung über einen Zehnjahreszeitraum bei 105 Patienten mit einem solitären autonomen Adenom der Schilddrüse durchführten.
Die kumulative Hypothyreoseraten lagen bei 11% nach 1 Jahr, 33% nach 5 Jahren und 49% nach 10 Jahren.
Als Einflussfaktoren wurden eine Vorbehandlung mit antithyreoidalen Medikamenten und eine Zweiterkrankung in Form einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse erkannt.
Ohne nachweisbaren Einfluss auf das Ergebnis blieben Patientenalter und Geschlecht, die verabreichte oder aufgenommene Radiojoddosis und das Ausmaß der Suppression des umliegenden Gewebes im Szintigramm.
Resümee
Die retrospektive Studie findet eine in dieser Höhe bei der Behandlung von solitären Adenomen kaum erwartete Rate an Späthypothyreosen, die erst viele Jahre nach der Radiojodtherapie auftreten.
Sie unterstreicht die Berechtigung der Empfehlung zu lebenslangen Kontrolluntersuchungen der behandelten Patienten in Jahresabständen.



Originalabstract:


Determinants of long-term outcome after radioiodine therapy for solitaryautonomous thyroid nodules.

Autor/-en: Bolusani, Hemanth; Okosieme, Onyebuchi E; Velagapudi, Madhav; Parsons, Katherine; Lazarus, John H

Quelle: Endocr Pract. 2008 Jul-Aug;14(5):543-9.


OBJECTIVE: To determine the incidence and clinical predictors of hypothyroidism in one institution after radioiodine treatment of solitary toxic nodules. METHODS: We retrospectively analyzed the outcome of radioiodine therapy in 105 patients with solitary autonomous thyroid nodules treated at our institution during a 10-year period (January 1996 to December 2005; mean duration of follow-up, 53 +/- 34 months). Patients were monitored until the development of hypothyroidism, death, or the end of the study period. The cumulative incidence of hypothyroidism was determined by Kaplan-Meier life-table analysis, and predictors of hypothyroidism were determined by using a Cox regression model. RESULTS: The cumulative incidence of hypothyroidism was 11% at 1 year, 33% at 5 years, and 49% at 10 years. The development of hypothyroidism was not associated with age, sex, radioiodine dose, radioiodine uptake, or degree of suppression of extranodal tissue on scintiscans. The predictors of occurrence of hypothyroidism were pretreatment with antithyroid medications (P =.004; relative risk =1.94) and positive thyroid antibody status (P =.008; relative risk =1.84). Antibody-positive patients showed an earlier progression toward hypothyroidism than did antibody-negative patients. CONCLUSION: Hypothyroidism is a common outcome of radioiodine treatment for autonomous thyroid nodules. In this study, coexistent thyroid autoimmunity and pretreatment with antithyroid medications were significant risk factors for the development of hypothyroidism.


Literaturrecherche: U.S.National Library of Medicine's PubMed®

 Seite empfehlen     Seite drucken
Merck
Download von Symposien zum Thema Schilddrüse weiter
Vorträge/Charts zum Download für Fachkreise weiter
Materialien für den Praxisalltag weiter
Ausführliche Übersicht zu Veranstaltungen und Kongressen weiter
Meldungen
Schilddrüsen-Tour 2008 weiter

Merck Pharma Portale
Herz-
Kreislauf
Diabetes
Cortison
Onkologie
Medizinpartner