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Ernährung
Der Einfluss der Ernährung auf die Kropfentstehung ist seit Alters her bekannt. Bereits vor ca. 5000 Jahren wurden in China jodhaltige Nahrungsmittel (Seegras, Schwamm) zur Behandlung eingesetzt. Im alten Ägypten wurde bereits 1500 v. Chr. ein Spezialsalz (jodhaltiges Salz) verwendet.

In Deutschland ist der ernährungsbedingte Jodmangel für den überwiegenden Anteil der Strumen (Jodmangelstruma, ca. 90% aller Strumen) und weiterer Folgeerkrankungen (Schilddrüsenknoten) verantwortlich. Betroffen sind nach aktuellen Untersuchungen ca. 20% bis 40% der deutschen Bevölkerung. Die Schilddrüsenoperation ist in Deutschland der vierthäufigste Eingriff überhaupt.

Der Hauptgrund für die hohe Frequenz von Schilddrüsenerkrankungen in unserem Lande ist die ungenügende Aufnahme von Jod mit der Nahrung.
Trotz Verbesserung der Situation in letzter Zeit, wird die empfohlene Jodaufnahme, gemessen an den aktuellen Aufnahmewerten, überwiegend noch nicht ereicht, so dass längerfristig ein Joddefizit entsteht.

Die Jodarmut unserer Nahrungsmittel ist darauf zurückzuführen, dass dieses wichtige Spurenelement während der letzten Eiszeit aus dem Boden ausgewaschen und ins Meer geschwemmt wurde. Mit Ausnahme der Meeresfrüchte sind daher die meisten natürlichen Lebensmittel jodarm.

Jodgehalt in Lebensmitteln
Jodgehalt eines durchschnittlichen Tages-Speiseplans

Mit der üblichen Ernährung lässt sich damit der Jodbedarf des Menschen meist nicht decken. Dies führte in zahlreichen Länder zur Einführung einer gesetzlichen Jodprophylaxe, die meist über die Jodierung des Speisesalzes erfolgt. In den USA wurde die Jodprophylaxe bereits 1933 eingeführt.
Deutschland ist eines der wenigen Länder ohne gesetzliche Regelung. Die Jodvorsorge ist daher individuell und freiwillig durchführbar.

Auf Grund der guten Langzeiterfahrung der Nachbarländer kann eine
Jodprophylaxe zur Vorbeugung der Struma und des benignen Schilddrüsenknotens grundsätzlich allgemein empfohlen werden.


Jodprophylaxe

Die durchgehende Verwendung von jodiertem Salz in allen Lebensmittel würde an sich genügen, den Jodbedarf zu decken. Mit der Aufnahme von 5 g Jodsalz werden ca. 100 µg Iod zugeführt. Die alleinige private Verwendung von Jodsalz im Haushalt zum Zusalzen ist dagegen nicht ausreichend.
Der entscheidende Faktor ist daher der Jodgehalt der verzehrten Lebensmittel. Der Jodgehalt der kommerziellen Lebensmittel hängt von Großanbietern und lokalen Anbietern ab, die in Deutschland freiwillig jodiertes Speisesalz verwenden können, aber nicht müssen. Die Jodversorgung ist aus diesem Grunde regional unterschiedlich und lässt sich meist nur schwer abschätzen.
Im Zweifelsfalle ist eine exakt kalkulierbare Jodergänzung in Tablettenform (100 - 200 µg/Tag) vorzuziehen, insbesondere für Risikogruppen.

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